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Das 1x1 der Rettungsweste

Sie ist gewissermaßen das IT-Piece des Wassersports. Von der Jolle bis zur Superyacht gehört die Rettungsweste zur absoluten Standardausrüstung an Bord. Oder sollte es zumindest. Falls es bei Ihnen noch Nachholbedarf gibt oder die nächste Investition ansteht, haben wir für Sie die wichtigsten Fragen rund ums Thema Auswahl, Funktion und Wartung zusammengefasst.

„Heureka!“ soll Archimedes von Syrakus gerufen haben, als er beim Baden ganz zufällig das Prinzip des Auftriebs entschlüsselte. „Ich habe es gefunden!“ Auch, wenn der Wissenschaftler wohl anderes im Sinn hatte als eine Rettungsweste zu entwickeln, die Vorarbeit war geleistet. Dank des archimedischen Prinzips ist klar : Ob ein Gegenstand auf dem Wasser schwimmt, hängt vom Verhältnis zwischen Auftrieb und Gewichtskraft ab. Dieser Auftrieb ist dann groß genug, wenn das verdrängte Volumen größer ist als das Volumen des Wassers, das dem Gewicht des Gegenstandes entspricht. Das kommt nicht nur Booten und Yachten zugute, sondern sorgt auch dafür, dass Rettungswesten ihren Zweck erfüllen. Bis Bootseignerinnen und Bootseigner ihren persönlichen Heureka-Moment erleben, kann heutzutage jedoch schon mal einiges an Zeit vergehen, denn der Markt bietet eine fast unüberschaubare Menge an zudem unterschiedlich klassifizierten Rettungswesten.

WELCHE WESTE WOFÜR?
Generell werden folgende Kategorien unterschieden: 100 Newton, 150 Newton und 275 Newton. Mindestens aus dem Physikunterricht dürfte auch Laien diese Einheit ein Begriff sein. Sie steht für Kraft und beschreibt demnach die Auftriebskraft. Lassen Sie sich nicht irritieren. Viele Hersteller werben heute mit anderen Auftriebsangaben, als den hier vorgestellten Auftriebsklassen. Diese beziehen sich jedoch lediglich auf den sogenannten realen Auftrieb, der erzielt werden kann. Eine mit 180 Newton beworbene Weste fällt somit ebenfalls in die Kategorie 150 Newton. Tatsächlich beschreiben die drei Kategorien nämlich lediglich den Mindestauftrieb, der von einer Rettungsweste geleistet werden muss. Die erste Frage, die gestellt werden sollte lautet: Wozu brauche ich die Rettungsweste? Möchte ich mit der Jolle aufs Wasser, will ich auf einer Fahrtenyacht in Küstengewässern segeln oder will ich zum Angeln mit dem Motorboot ganz weit raus? Der Markt bietet mittlerweile sehr spezifisch auf verschiedene Formen des Wassersports zugeschnittene Lösungen, die mitunter durch sinnvolle Schnitte und Aufrüstmöglichkeiten den Bordalltag angenehmer und den Einsatz effizienter machen. Die zweite Frage, die unabhängig von ihrer ersten Antwort gestellt werden sollte, lautet: Welche Kleidung werde ich bei meiner Aktivität tragen? Sommerliche Temperaturen erlauben den Einsatz von Rettungswesten mit weniger Auftrieb und weniger Volumen. Wenn Schlechtwetterbekleidung getragen wird, dann muss mehr Auftrieb gewährleistet werden, denn gerade Lufteinschlüsse unter wasserdichter Kleidung verändern das Drehverhalten einer Rettungsweste schnell nachteilig und sorgen so womöglich dafür, dass eine 150 Newton Rettungsweste nicht länger ausreicht.

100 Newton:

Ab einem Auftrieb von 100 Newton bieten Rettungswesten einem durchschnittlichen Erwachsenen den Auftrieb, der benötigt wird, um in geschützten Bereichen und Binnenrevieren ohne starken Wellengang auf Hilfe zu warten. 100 Newton Modelle existieren als Feststoffund als Automatikweste. Achtung: Rettungswesten dieser Kategorie sind nur eingeschränkt ohnmachtssicher.

150 Newton:

Diese Westen sind in der Regel ohnmachtssicher und drehen die über Bord gegangene Person somit in eine sichere Schwimmlage, die ohne eigenes Zutun beibehalten werden kann. Für die meisten Küsten- und Seereviere bieten sich diese Westen an. 150 Newton Modelle existieren fast ausschließlich als Automatikweste. In der Berufsschifffahr t werden zum Teil auch Feststoffwesten verwendet, wobei diese Modelle den Bewegungsradius der tragenden Person stark einschränken.

275 Newton:

Rettungswesten der leistungsfähigsten Kategorie verfügen über einen Auftrieb von 275 Newton, der auch dann noch reicht, wenn schwere Kleidung wie zum Beispiel Ölzeug getragen wird. Für Hochseesegler und extreme Wetterbedingungen die erste Wahl, da diese Rettungswesten zudem mit einer sogenannten Spray Hood ausgerüstet werden können, die das Auskühlen des Kopfs verlangsamt und auch bei Überspülen in schwerer See das Atmen ermöglicht.

KINDERWESTEN
Glücklicherweise gibt es heute bereits für die Kleinsten geeignete Feststoffwesten, die sehr leicht produziert werden und bereits für Kleinkinder ab 5 KG Körpergewicht geeignet sind. Automatische Rettungswesten sind etwa ab 15 KG Körpergewicht erhältlich. Hier ist der Tragekomfort natürlich deutlich größer und es bieten sich außerdem Möglichkeiten, über ein Harness-System mit D-Ring zum Beispiel eine Sorgleine anzubringen, um das Überbordfallen eines Kindes zu verhindern. Achtung: Schwimmhilfen und Rettungswesten sind wie der Name schon sagt unterschiedliche Ausrüstungsgegenstände. Schwimmhilfen unterstützen, bieten jedoch nur maximal 50 Newton Auftrieb, sodass der Träger selbst mitschwimmen muss. Sie sind somit niemals als Rettungsmittel geeignet.


PASSFORM UND RICHTIGE ANWENDUNG
Steht die Kategorie fest, geht es an die Feinheiten. Viele Anbieter liefern online gute Orientierungshilfen. Wer sich nicht auskennt, ist jedoch im Fachhandel besser aufgehoben, denn „die“ beste Rettungsweste gibt es nicht. Ob und wie eine Rettungsweste passt, wie man sich darin fühlt und wie konsequent man sie im Umkehrschluss an Bord zu tragen bereit ist, hängt von sehr individuellen Punkten ab. Erst angelegt und richtig eingestellt ergibt sich in der Regel ein Gefühl dafür, ob die Rettungsweste zum Körperbau und dem Bordalltag passt.

Die Rettungsweste ist wie eine Jacke anzuziehen und sollte möglichst eng eingestellt werden, ohne dabei einzuschnüren. Passen gerade noch zwei Finger zwischen den Verschluss des Leibgur tes und den Körper des Trägers, sitzt die Rettungsweste in der Regel richtig. Besonders wichtig ist darüber hinaus der Sitz des Schrittgur tes. Dieser sollte möglichst stramm angezogen werden, sodass die Rettungsweste im Einsatz nicht verrutschen kann. Ohne den korrekt sitzenden Schrittgurt kann keine sichere Wasserlage gewährleistet werden und zudem sorgen lose herunterhängende Gurte an Deck für ein erhöhtes Sturzpotential. Sollte die Weste über einen Lifebelt verfügen, muss dieser nach DIN EN ISO 12401 zertifizier t sein. Ein entsprechender Hinweis findet sich dann auf dem Gurt. Verfügt die Rettungsweste zwar über einen D-Ring, jedoch nicht über den Nachweis der Zertifizierung, ist der D-Ring unter keinen Umständen zum Einpicken an Bord zu verwenden, da davon ausgegangen werden muss, dass er der Belastung durch das Körpergewicht einer Person nicht standhält. Sind zwei D-Ringe vorhanden, müssen in jedem Fall auch beide zusammen genutzt werden. Natürlich muss auch das andere Ende der Lifeline oder Sorgleine stets an einer sicheren und festen Stelle an Bord eingehakt sein. Dazu eignen sich spezielle Ösen, die Haltegriffe an der Steuersäule oder an Deck, spezielle Strecktauen oder Wanten und Stage. Relingsdrähte eignen sich nicht, da hier die Gefahr besteht, beim Über- Bord-Fallen gegen die Außenhaut zu schlagen. Fallen, Schoten oder Steuerrad verbieten sich logischerweise aufgrund ihrer Beweglichkeit.

 

WARTUNG VON AUTOMATIKWESTEN
Rettungswesten erhalten vom Hersteller eine Lebensdauerangabe von zehn Jahren. Darüber hinaus droht eine Materialermüdung der kunststoffbeschichteten Gewebe und Formteile, die im Zweifel Leben retten müssen. Diese Frist setzt jedoch eine regelmäßige Wartung im Abstand von jeweils maximal zwei Jahren voraus, die der Fachverband Seenotrettungsmittel vorgibt und von Pantaenius dringend empfohlen wird. Mitgliedsfirmen stellen Service-Plaketten aus, die Monat und Jahr der nächsten fälligen War tung dokumentieren und nicht nur zufällig an eine TÜV Plakette erinnern. Ab dem zehnten Jahr ist für Rettungswesten nur noch eine jährliche Verlängerung der Service-Plakette möglich, wobei die letzte mögliche War tung für Westen mit einem Alter von 14 Jahren angeboten wird. Diese Wartungstermine nach Ablauf der 10-Jahres-Frist können jedoch nur vom Hersteller selbst und von keinen Fremdfirmen übernommen werden.

Achtung: Der Auslösemechanismus einer Automatikweste wird von einer beim Kontakt mit Feuchtigkeit zerfallenden Tablette gesteuert. Hohe Luftfeuchtigkeit über einen längeren Zeitraum kann dieser Tablette zusetzen. Langzeitsegler sollten daher auch in wartungsfreien Jahren mindestens einmal die Tablette überprüfen. Austauschtabletten sind für wenig Geld im Fachhandel erhältlich. Problematisch kann auch das Trocknen einer nass gewordenen Rettungsweste in der Sonne sein. Hierdurch kann die Tablette schrumpfen oder brüchig werden. Die korrekte Packweise bei einer aufblasbaren Rettungsweste ist von essentieller Bedeutung für das ordnungsgemäße Auslösen im Notfall. Wenn eine unfreiwillig ausgelöste Rettungsweste also wieder klargemacht werden soll, bietet die Bedienungsanleitung der Weste detaillierte Hinweise. Wer sich das nicht zutraut, wendet sich an seinen Fachhändler, der die Weste gegen eine geringe Gebühr für Materialkosten klarmacht.

SCHWIMMT DIE NOCH ODER KANN DIE WEG?

Re- und Upcycling ist sicherlich nicht erst seit Fridays for Future ein Thema, dem sich viele Menschen verpflichtet fühlen. Einige Hersteller bieten daher die Möglichkeit, Schutzhülle und Schwimmkörper separat voneinander zu kaufen bzw. zu ersetzen. Das schont Ressourcen und spart am Ende des Tages sogar den ein oder anderen Euro.

 

CHECKLISTE ZUM RETTUNGSWESTENKAUF:

  • Geplanter Einsatz: 100 / 150 / 275 Newton
  • Feststoff oder aufblasbar
  • Benötigte Passform und Bewegungsfreiheit
  • Möglichkeit zur Befestigung von Schrittgur t und Lifeline
  • Möglichkeit zur Integration von Seenotsendern
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