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12.01.2022
Prävention | Wartung & Technik

Diagnose Dieselpest

Wenn der Motor plötzlich ausfällt oder sich nach längerer Standzeit gar nicht mehr starten lässt, wissen viele Eigner häufig nicht, mit was sie es zu tun haben. Schuld können Mikroorganismen sein, die es sich zunächst unbemerkt und dann mit fatalen Folgen im Bootstank gemütlich gemacht haben. Wir erklären, wie Sie die daraus resultierende Dieselpest mit wenig Aufwand in den Griff bekommen.

Auch wenn der Begriff Dieselpest zunächst eher düstere Assoziationen hervorruft, reicht in der Regel schon ein wenig Wasser im Tank, um den Prozess in Gang zu setzen. Dies kann durch Kondenswasser, erhöhten Wasseranteil im Diesel oder schlichtweg in Folge von Unachtsamkeit beim Befüllen des Tanks passieren. Setzt sich dieses Wasser nun am Boden des Tanks ab, beginnen sich in der Grenzschicht zwischen Wasser und Diesel Mikroorganismen zu vermehren. Gerade in wärmeren Gefilden oder den Sommermonaten bieten die klimatischen Bedingungen im Tank hervorragende Bedingungen für die Vermehrung der blinden Passagiere.

Dabei gilt: Je länger die Standzeit, desto zahlreicher. Problematisch sind jedoch nicht unbedingt die Bakterien selbst, sondern deren Stoffwechselprodukte, die sich in Form von zähflüssigem dunklem Bioschlamm im Tank ausbreiten und Kraftstofffilter sowie Dieselleitungen zusetzen können. Hinzu kommt, dass die Stoffwechselprodukte Korrosion im Tank und an Komponenten des Motors, wie z.B. Einspritzdüsen, fördern und so längerfristig zu erheblichen Schäden führen können. Auch wenn sich der Tank bereits mit erheblichen Mengen des Bioschlamms gefüllt hat, macht sich der Motor oft erst nach einer Weile auf dem Wasser durch z.B. Stottern, mangelhafte Gasannahme oder Ausfall der Maschine bemerkbar. Das liegt häufig daran, dass die Masse, die sich zuvor am Tankboden abgesetzt hatte, durch den Wellengang aufgewirbelt wird und erst so in Reichweite des Ansaugstutzens gelangt. Abhilfe können unter anderem besondere Premium Brennstoffe mit geringerem Biodieselanteil verschaffen. Mittlerweile gibt es auch völlig neuartige Dieselbrennstoffe, die über einige Bootstankstellen bereits vertrieben werden und durch ihre spezielle Zusammensetzung eine vollständige Resistenz gegenüber dem Befall durch Mikroorganismen versprechen. Detaillierte Beiträge finden sich hierzu in einschlägigen Fachmagazinen.

Eine im Wassersport schon länger etablierte Methode, das Wachstum von Bakterien, Pilzen und Hefen zu hemmen oder den Diesel sogar gänzlich davon zu befreien, ist die Zugabe von sogenannten Additiven zum konventionellen Diesel. Je nach Konzentration, durchschnittlicher Standzeit und klimatischen Bedingungen reicht mitunter schon eine geringe Menge dieser Additive, um den Mikroorganismen Herr zu werden und Biokorrosion zu unterbinden. Aufklärung über die zur Verfügung stehenden Methoden sollte in jedem Fall der Motorenfachmann Ihres Vertrauens bieten können. Da sich Wasser auf natürliche Weise immer wieder im Diesel einlagern wird, lässt sich die Ausbreitung der Bakterien gänzlich nur schwer verhindern.

Seit Dezember 2018 gestattet eine verschärfte EU-Richtlinie den freien Verkauf von Diesel-Additiven, die das als krebserregend geltende Biozid „MBO“ als Wirkstoff enthalten, nicht mehr an Privat-Verbraucher. Mittlerweile sind auf dem Markt in ihrer Zusammensetzung angepasste Additive erhältlich, die den strengen Auflagen der EU entsprechen und vom Endverbraucher wieder direkt bezogen werden können.

Mit folgenden Maßnahmen kann Dieselschlamm ebenfalls ferngehalten werden:

  • Dieselkraftstofffilter regelmäßig warten und entwässern
  • lange Standzeiten vermeiden
  • bei längeren Standzeiten Tank füllen, sodass sich möglichst wenig Kondenswasser im Diesel einlagern kann
  • Wenn möglich, Tanks am Bodenablass entwässern, da sich Wasser durch sein höheres spezifisches Gewicht unten im Tank sammelt
  • Installation eines im Handel erhältlichen Wasserabscheiders

Wenn die Dieselpest erst einmal zugeschlagen hat, führt meist kein Weg an einer umfangreichen Reinigung des Tanks vorbei, da sich der entstandene Bioschlamm nicht rückstandslos auflöst. Um einen dauerhaften Schutz zu gewährleisten, raten wir zu einer regelmäßigen Kontrolle des Tankinhalts sowie dem zusätzlichen Gebrauch eines speziellen Dieselkraftstoffs oder eines Kraftstoffadditivs. Das für viele Bootseigner jährlich anstehende Einwintern bietet zudem eine gute Gelegenheit, den Tank zu entwässern und Kraftstofffilter sowie Filtereinsätze zu erneuern.

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