Auch unterwegs – Gehegt und gepflegt
Um grösseren Schäden vorzubeugen, spielt neben der grossen Motorinspektion auch die richtige Motorpflege eine wichtige Rolle. Schon ein kleiner Handgriff hier und da kann den Unterschied machen. Welche Checks Sie problemlos während der Saison durchführen können, haben wir exemplarisch für Aussenbordmotoren und Innenbordmotoren für Sie zusammengestellt.

Aussenbordmotor
1. Propeller und Finne - Beschädigungen am Propeller sorgen für einen unruhigen Lauf des Motors. Durch vorsichtiges Drehen können mögliche Blockaden oder eine Unwucht identifiziert werden. Auch die Finne sollte keine Beschädigungen aufweisen. Hier kommt der Motor am ehesten mit dem Grund in Berührung. Der Hauptschalter ist bei dieser Arbeit natürlich aus, der Notausschalter gezogen.
2. Ölstand - Prüfung mittels Kontrollstab: Der Pegel des Motoröls sollte genau zwischen den beiden Markierungen liegen. Achten Sie auf die Farbe des Öls. Neues Öl kommt hell und glänzend daher. Mit der Zeit verfärbt es sich dunkel. Niemals darf es grau oder schaumig aussehen. Das deutet auf einen kapitalen Schaden, z.B. am Zylinderkopf, hin. In diesem Fall ab zum Fachbetrieb.

3. Kühlwassersystem – Regelmässiges Spülen mit Süsswasser verhindert Ablagerungen. Das ist nicht nur in Revieren mit Salzwasser sinnvoll, da sich auch Algen oder Sand im System ablagern können. Zum Spülen gibt es spezielle Flusher, die über den Wassereinlass platziert und mit einem handelsüblichen Gartenschlauch verbunden werden. Der Motor ist hierzu im Leerlauf. Der Kontrollstrahl darf warm, aber nie heiss sein. Ist dies der Fall, muss der Motor sofort ausgeschaltet und die Impellerpumpe geprüft werden.
4. Zündkerzen – Ältere 2-Takter: Verschmutzungen lassen ein zu fettes Kraftstoffgemisch vermuten. 4-Takter: starke Beläge auf den Zündkerzen können auf verschlissene Kolbenringe hinweisen. Grundsätzlich sind verschmutzte Zündkerzen jedoch kein Problem: Sie lassen sich reinigen und wieder einsetzen. Ein vergrösserter Abstand der Elektroden (>0,7-0,9mm) kann durch vorsichtiges Verbiegen behoben werden. Die Zündkerze sollte dann bei nächster Gelegenheit getauscht werden.
5. Dichtigkeit – Unter die Abdeckung blicken: Hat sich Wasser, Kraftstoff oder Öl in der Motorwanne gesammelt? Falls ja, Fachbetrieb konsultieren. Weiterhin sollten Schläuche, Verbindungen und Schlauchschellen geprüft werden. Regelmässiges Auftragen von Korrosionsschutz verlängert die Lebensdauer entsprechender Bauteile.
6. Opferanoden – Anoden am Motor und am Powertrimm können unkompliziert geprüft werden. Ist hier nur noch etwa die Hälfte des Materials vorhanden, hat die entsprechende Anode ihren Dienst getan und sollte bei Gelegenheit ersetzt werden. Hinweis: Opferanoden sollten immer auf das Einsatzgebiet (Süss-, bzw. Salzwasser) abgestimmt sein.
7. Vergaser – Wenn das Boot während der Saison längere Zeit stillsteht, ist es ratsam, Kraftstoff im Vergaser aus dem System zu entfernen. Durch Sauerstoffzufuhr können sich sonst Rückstände bilden und die Düsen verstopfen. Hierzu bei laufendem Motor mit höherer Drehzahl die Kraftstoffzufuhr kappen und das System leerfahren. Achtung: Bei Motoren mit mehr als einem Vergaser läuft der obere Vergaser schneller leer, das System kann überhitzen.
Innenbordmotor
1. Keilriemen – Ohne den Keilriemen bewegt sich nichts. Die Spannung darf an der längsten Stelle max. 1-2 cm Spiel erlauben, sonst muss nachgespannt werden.
Ein Ersatzkeilriemen gehört zudem immer in die Werkzeugkiste, denn das Teil steht unter hoher Belastung und kann leicht verschleissen.
2. Ölstand - Gleiches Prinzip, wie beim Aussenbordmotor: Motoröl wird grundsätzlich im kühlen Zustand gemessen. Auch ein Blick auf den Füllstand des Getriebeöls kann hin und wieder nicht schaden. Achtung: Getriebeöl ist zum Teil durchsichtig. Ein Tuch oder Blatt Papier unter dem Kontrollstab hilft beim Ablesen. Falls vorhanden, lohnt sich ein Blick ins Saildrive-Getriebe.

3. Dichtigkeit – Schläuche und Schlauchstellen hin und wieder kontrollieren. Sind Gummiteile geschmeidig und sitzen die Schellen fest? Gibt es Anzeichen für Korrosion an den Verbindungsstellen? Sofern vorhanden, sollten regelmässig auch Falten-Balg oder Manschette geprüft werden. Muschelbewuchs sorgt z.B. schnell dafür, dass das Material durch die scharfen Kanten beschädigt wird.
4. Seewasserfilter – Entsprechendes Seeventil schliessen, Deckel öffnen und Sieb entnehmen, um Verschmutzungen zu entfernen. Dichtungen bei dieser Gelegenheit auf Beschädigungen prüfen. Beim Wiedereinsetzen den richtigen Sitz von Sieb und Dichtung beachten, zuvor etwas Wasser einfüllen und den Deckel wieder schliessen. So ist sichergestellt, dass die Impellerpumpe nicht zu lange trocken läuft. Nach der Kontrolle: Motor starten, Auspuff prüfen. Kommt gleichmässig Wasser, ist alles in Ordnung.
5. Kraftstofffilter – Bauartbedingt ist eine Sichtprüfung der Vorfilter heute nicht mehr möglich. Ein Blick in den Filter verrät zumindest, ob sich grobe Verschmutzungen gesammelt haben (können z. B. auf Dieselpest hindeuten). Sammeln sich am Boden Wasserperlen, Schraube des Wasserabscheiders öffnen, um dieses aus dem System zu entfernen.
6. Kühlwasserpegel – Bei Booten mit zwei Kühlkreisläufen sollte der Füllstand des Kühlwasserbehälters geprüft werden. Im kalten Zustand messen und ggf. nachfüllen. Sinkt der Füllstand nach der Nutzung des Bootes erneut, Fachbetrieb aufsuchen.
7. Tank – Die Lüftung des Tanks ist essentiell und zugleich Einfallstor für verschiedene Probleme. Prüfen Sie deshalb, ob die Öffnung verstopft ist oder sonstige Beschädigungen aufweist. Mit einer Taschenlampe kann der Tankboden bei niedrigem Füllstand inspiziert werden. Nach Anzeichen für Dieselpest Ausschau halten. Dieseladditive schützen bei längeren Standzeiten.
Grundsätzlich empfiehlt Pantaenius die unbedingte Einhaltung von Wartungsintervallen nach Herstellervorgabe. Die regelmässige, zumeist jährlich zu erledigende Motorinspektion gehört selbstverständlich dazu. Garantieleistungen hängen in der Regel von der Einhaltung dieser planmässigen Wartungen ab. Auch die Pantaenius Zusatzdeckung für Motor und Maschinenanlage „MOTORSCHUTZ Plus“ ist an die Einhaltung der vorgeschriebenen Wartungsintervalle gekoppelt.
Mit diesem Deckungsbaustein können Sie Ihre Kaskoversicherung um einen Schutz für Motor und Maschinenanlage erweitern, der deutlich über standardmässige Garantieleistungen hinausgeht.
Mehr Informationen hierzu auf pantaenius.de/motorschutz.
