Reviere - Drei tolle Trips für Trailerkapitäne
Heute hier, morgen dort – mit dem Trailerboot ist das ganz einfach. Einsteigen, losfahren, slippen, genießen. Fehlt nur noch das Ziel. Wir stellen drei Reviere vor, die sich perfekt für spontane Törns, kurze Auszeiten oder den nächsten Bootsurlaub eignen.
Fast unbegrenzte Flexibilität ist das große Plus für Eigner von Trailerbooten. Ist das Gespann am Start, sind es oft nur wenige Kilometer oder Fahrstunden zum Ziel. Tagestörn, Wochenende oder Bootsurlaub: Alles ist möglich und das in wechselnden Revieren.

Die Pötenitzer Wiek bietet geschützte Ankerplätze vor der Mündung der Trave in die Lübecker Bucht (Foto: Olaf Malzahn/LTM).
Was oft fehlt ist die zündende Idee: Wohin soll’s gehen?
Wir stellen euch drei Revieres vor, die für alle trailerbaren Segel- und Motorboote geeignet sind. Die Ost-West-Ausdehnung der Reviere beträgt jeweils etwa 30 Kilometer. Für sportlich ambitionierte Crews gibt es auch Wasserskistrecken. Zwei der drei Reviere dürfen mit dem Sportbootführerschein Binnen, eins nur mit dem Sportbootführerschein See befahren werden.
Die Untertrave: Vom Passathafen zum Holstentor
Die Trave ist von der Mündung in die Ostsee knapp unterhalb vom Passathafen in Travemünde bis zum östlichen Rand der Lübecker Altstadt (Eisenbahnhubbrücke) Seeschifffahrtsstraße und darf deshalb nur mit dem Sportbootführerschein See befahren werden. Weil das Bett der Untertrave von Gletschern der letzten Eiszeit ausgehobelt wurde, bezeichnet man sie auch als „Förde“.
Zwischen den beiden touristischen Highlights Travemünde und Lübeck liegt ein landschaftlich reizvolles Revier, das mit seinen geräumigen Buchten am Südufer (hier „Wieken“ genannt) und den sandigen Einschnitten am nördlich gelegenen Dummersdorfer Ufer jedes Skipperherz höher schlagen lässt. Hier herrscht Natur pur: Die Wasserfläche ist als Europäisches Naturschutzgebiet ausgewiesen. Außerdem gilt die Untertrave als das bedeutendste Überwinterungsgebiet für Wasservögel an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Seeschiffe, die die 9,5 m tiefe Fahrrinne bis zu den Lübecker Seehäfen nutzen, lassen sich an einer Hand abzählen und sind für Sportbootskipper eher Erlebnis als Belästigung.

Die Wohlfühlzonen (von West nach Ost), die Bade- und Ankerbuchten Breitling, Schlutuper Wiek, Große und Kleine Holzwiek (Wasserski), Teschower und Pötenitzer Wiek liegen ohnehin abseits der Fahrrinne. Auf der Pötenitzer Wiek, der größten aller Buchten gelten besondere Befahrensregeln: https://www.boatview.io/de/poi/3713/poetenitzer-wiek , der südöstlich anschließende Dassower See ist für Sportboote gesperrt.
Die Untertrave hat weder Brücken noch Schleusen. In der Fahrrinnne ist die Fahrgeschwindigkeit auf 12 bzw. 15 km/h begrenzt. Sportboothäfen gibt es auf der gesamten Strecke in Hülle und Fülle.
Beste Liegemöglichkeit für den Besuch von Lübeck – Holstentor und Thomas-Mann-Haus lassen grüßen – bietet The Newport Marina im Hansahafen.
Gute Bedingungen für die Wasserung des Bootes und die Erkundung Travemündes bietet der Passathafen. Gastplätze, Slip bis 3,5 t, Kran 10 t. Stellplatz PKW und Trailer: öffentlich. Hafenmeister 0451-12278600 oder 0151-20402479. Anfahrt A1, kurze Ortsdurchfahrt zur Priwallfähre, dann Priwallpromenade 32 ansteuern.
Bootstankstelle mit Benzin und Diesel am Nordufer unterhalb der Priwallfähre in Travemünde.
Seekarte: Seekartenatlas DE1
Die Großseenplatte: Von Plau am See nach Waren an der Müritz
Die mecklenburgische Großseenplatte ist die Scheitelhaltung der Müritz-Elde-Wasserstraße (also schleusenfrei) und gilt als eines der attraktivsten Wassersportreviere Deutschlands. Plauer See (Wasserski im NE-Teil), Fleesensee, Kölpinsee mit Jabelscher See und Binnenmüritz sind keine kleinen Pfützen, sondern gestandene Wasserflächen mit attraktiven Häfen an ihren Ufern.
Touristische Highlights im Revier sind die Städte Plau am See, Malchow und Waren/Müritz. Ideale Bedingungen für die Wasserung des Bootes und die Besichtigung des Städtchens Plau bietet der gleichnamige Wasserwanderrastplatz: Gastplätze, Slip für alles trailerbaren Boote, Kran 6,3 t, Stellplatz für Trailer auf Anfrage. Hafenmeister 038735-45050 www.plauamsee.de/anbieter-items/elde-hafen-wasserwanderrastplatz/
Anfahrt A24>B103, A19>B198>B103 Dammstraße 25 ansteuern.
Sehenswert sind die Altstadt, die Elde-Hubbrücke, die „Hühnerleiter“ an der Schleuse Plau und der Leuchtturm auf dem Damm zwischen Fischerhafen und Elde mit Blick über den Plauer See.

Stadthafen in Waren/Müritz
Für die Erkundung von Malchow empfehlen wir den Stadthafen.
Die Hafeneinfahrt liegt 150 m südlich der berühmten Drehbrücke (geschlossen 2,20 m) über die man fußläufig auch die historische Inselstadt und das Kloster Malchow erreicht.
Auch für den Aufenthalt in Waren/Müritz ist der Stadthafen die beste Adresse. Am Nordostufer der Binnenmüritz direkt vor den Toren der malerischen Altstadt gelegen, sind Gastlieger hier bestens aufgehoben. Zum Müritzeum, einem einzigartigen Naturerlebniszentrum, sind es 500 m.
Alle Seen sind durch Kanäle oder kleinere Seeflächen miteinander verbunden. Drei feste Brücken: Lenzer Kanal 4,3 m, Petersdorfer See 6,0 m, Eldenburger Kanal 4,2 m. Zulässige Geschwindigkeit 9 km/h, auf Seen von mehr als 250 m Breite 25 km/h außerhalb vom ufernahmen Schutzstreifen.
Bootstankstellen mit Diesel und Benzin: Sportboothafen Lenz (Lenzer Kanal), Yachthafenresort Fleesensee (Südufer), Stadthafen Waren/Müritz.
Gewässerkarte: Binnenkartenatlas 2: Mecklenburgische Seenplatte.
Die Potsdamer Havel: Vom Zernsee zur Glienicker Brücke
Wenn man Havel hört, denkt man an einen Fluss, der träge in einem mehr oder weniger breiten Flussbett durch die brandenburgische Landschaft fließt. Tatsächlich aber besteht dieses Revier aus einer Abfolge von Seen, die durch Engstellen miteinander verbunden sind. Kleiner und Großer Zernsee (Wasserski), Schwielowsee, Engstelle Caputher Gemünd, Templiner See (Süd und Nord), Vorderkappe, Engstelle Neue Fahrt und Tiefer See heißt die Reihung von West nach Ost. Am Übergang vom Tiefen See zum Jungfernsee rückt die Glienicker Brücke ins Blickfeld, legendenumwoben wegen des dort abgewickelten Austauschs von Spionen während der deutschen Teilung. Mittendurch verläuft die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Berlin – einst „Zonengrenze“.
Ein besonderes Schätzchen im Revier ist der Glindower See südlich von Werder: Glasklares Wasser animiert zum Ankern und Baden. Achtung: Nachtfahrverbot zwischen 22 und 5 Uhr! Schwer auszumachende Zufahrt bei PHv-km 13,8 lU nicht verpassen.
Im Zentrum des Reviers steht Potsdam: Sanssouci lässt grüßen! So ist der Yachthafen Potsdam www.yachthafen-potsdam.de für die Wasserung des Bootes und die Erkundung der Stadt die erste Adresse im Revier: Slip für alle trailerbaren Boote, Kran 25 t, Abstellplatz für Trailer nach Absprache. Tel.: 0331-901090.

Motorboote auf der Potsdamer Havel (Fotos: Jürgen Straßburger)
Anfahrt von Norden: A10>B273, von Süd und Ost A10>B2 Kastanienallee 22 ansteuern.
Touristisch gehört auch Werder/Havel, insbesondere die Altstadtinsel zu den Highlights im Revier. Ideal liegt der Wasserwanderastplatz Werder in der Havelbucht Föhse unmittelbar nördlich der Brücke, die vom Festland auf die Inselstadt führt. Wer es komfortabler mag, findet etwas weiter nördlich, am Großen Zernsee, mehrere Yachthäfen und Marinas. Besonders bekannt ist Werder durch sein Baumblütenfest, das in jedem Frühjahr stattfindet.
Das Revier ist schleusenfrei, zwei feste Brücken 5,0 und 10,0 m. Höchstgeschwindigkeit 12 km/h, auf Seen von mehr als 250 m Breite 25 km/h außerhalb des ufernahen Schutzstreifens. Bootstankstelle mit Benzin und Diesel: Boots- und Motorencenter Zweig, PHv-km 23,5 (Potsdam).
Gewässerkarte: Binnenkartenatlas 3: Berlin und Brandenburg.




